Tanzhaltung

Mach das Licht aus
schau hinaus in die Nacht
Haben deine Augen sich
an das Dunkel erst gewöhnt
wird das Unscheinbare sichtbar
kleine Wunder: unverzichtbar
Eis auf Gras
Ein halber Mond
Ein Kerzenlicht
Schau hinaus in die Nacht: Stille Pracht

Mach Musik an
Dreh den Regler richtig auf
Tanz alleine, tanzt zu zweit
Tanzt, die ihr im Hause seid
zu den Klängen eures Lebens
zu den Rhythmen eurer Zeit
Glanz im Blick
Die Kraft nimmt zu
mit jedem Schritt
Bis zum Morgen dreh voll auf: Mach ein´n drauf

Mach dir Tür auf
Geh hinaus in den Tag
Fühl die Kälte, sei hellwach
Wirf dein Lachen bis zu Dach
Fang es wieder auf und geh
in die Sonne, in den Schnee
durch den Nebel und den Regen
und die Obstgärten von Stedten
Wink mir zu
Hand voll Glück
Gruß zurück
Neue Hoffnung, lang vermisst: wachgeküsst
Neue Lieder, Lobgesang: Neuanfang
Wir geh´n weiter, Glockenschlag: Neuer Tag

 

Das Corona-Dilemma

Der Mensch ist dem Menschen eine tödliche Gefahr:
Die Frau dem Mann.
Der Freund der Freundin.
Die Tochter dem Vater.
Der Sohn der Mutter.
Das Kind den Großeltern.


Der Mensch ist dem Menschen der einzige Trost:
Die Frau dem Mann.
Der Freund der Freundin.
Die Tochter dem Vater.
Der Sohn der Mutter.
Das Kind den Großeltern.


Gott im Himmel, erbarme dich unser.

Verbitterte Menschen

Verbitterte Menschen
errichten um sich herum eine Mauer.
Sie bauen ihr eigenes Gefängnis.
Schließen sich ein:
Mit diesem Menschen rede ich kein Wort mehr.
In diese Firma setze ich keinen Fuß mehr.
Für diesen Laden mache ich keinen Finger mehr krumm.
Diesem Gott vertraue ich mich nicht mehr an.
 
Wie ein kleines Kind:
Jetzt halte ich die Luft an, bis ich tot bin,
und dann hast du dein Pech!
 
Bewegungslos.
Verhärtet.
Unantastbar.
Und so traurig.
 
Verbitterte Menschen
geben dem Leben keine Chance,
sie noch einmal glücklich zu machen.

Ach Gott, der Sommer…

Ach, Gott!

Nun ist der Sommer schon wieder vorbei.

Das ging so schnell, denken die einen, deren Alltag gefüllt ist mit Arbeit und Schaffen, mit Denken und Planen, mit Agieren und Reagieren.

Der Sommer ist vorbei, denken andere und fragen sich: Ob es wohl mein letzter Sommer war?

Der Sommer ist vorbei, hören die Kinder. Na und? Dann genießen wir eben den Herbst!

Der Sommer ist vorbei? Fragen sich ein paar von uns, und haben vor lauter Sorge gar nicht gemerkt, dass Sommer war.

Der Sommer ist vorbei, lächeln einige, erfüllt mit Dank und mit der noch jungen Erinnerung an wunderbare Tage.

„Solange die Erde besteht, soll nicht aufhören: Saat und Ernte. Frost und Hitze. Sommer und Winter. Tag und Nacht.“

Das hast du, Gott, zugesagt.

Und so leben wir geborgen in Zeit und Raum, in deiner Treue und Gegenwart.

Berühre uns, und erfülle uns mit deinem heiligen Geist.

Amen.